Der Norden beherbergt so manchen Schatz, der zu unserer Heimat und Kulturgeschichte gehört. So findet sich im Norden Schleswig-Holsteins zum Beispiel die ehemalige Wikingerstadt Haithabu mit ihrem beeindruckenden Halbkreiswall, dem Danewerk.

Um auf den Spuren vergangener Tage wandeln zu können, trägt die Stiftung Natur im Norden zur Erhaltung der kulturhistorischen Schätze unserer Heimat bei und unterstützt Projekte, die die Geschichte erlebbar machen.

Fotos: Gemeinde Busdorf

Das Danewerk sicherte die südliche Grenze des alten dänischen Reichs, sperrte den Zugang nach Jütland über den Heerweg und kontrollierte die Handelsroute zwischen Nord- und Ostsee über Haithabu. Der einst so wichtige Ort, bekam lange nach der Wikingerzeit zunächst keine große Aufmerksamkeit mehr – erst nachdem herausgefunden wurde, welche Bedeutung der ehemaligen Wikingerstadt Haithabu geschichtlich zukam, wachte es aus seinem Dornröschenschlaf auf.

Damit Geschichte nicht in Vergessenheit gerät, sondern dieser Teil unserer Heimat bewahrt wird, hat sich die Stiftung Natur im Norden dazu entschlossen ein Projekt zu fördern, das zur Aufgabe hat, das Danewerk und Haithabu in ihrer Gesamtheit erlebbar zu machen.

Die Stiftung unterstützt ein umfassendes Vermittlungskonzept, das unter anderem mehrsprachige Schautafeln, Erschließungsstege- und Treppen, Aussichtsplattformen und gestalterische Elemente wie Anpflanzungen zum Inhalt hat.

Ein Besuch des Danewerks und Haithabu lohnt sich nicht nur für historisch Interessierte. Große Teile des Danewerks und ganz Haithabu sind übrigens Naturschutzgebiet. Hier sind Überreste seltener Natur- und Landschaftstypen wie Borstgrasrasen, Magerrasen, Heiden, Mittel- und Eichenkrattwälder erhalten geblieben. Natur- und Denkmalschutz sind daher vor Ort eng mit einander verflochten erlebbar.

Schleswiger Nachrichten: "Naturschützer retten Wikingerstätte"
Bild-Autor: Engelbert

Auf einem Maisacker in Ellingstedt wurden vor gut einem Jahr sensationelle Metallfunde aus der Zeit der Wikinger entdeckt. Die Stiftung Natur im Norden kaufte die ca. 5 Hektar große Fläche um sie  der Natur zurück zu geben und somit die wertvollen Artefakte längst vergangener Zeit zu bewahren.

Eine kleine landschaftliche Erhöhung auf der Fläche bei Ellingstedt, in der Nähe von Haithabu, führte zu ersten Sondierungen vor gut einem Jahr. Nach den überraschenden Funden, förderten die Archäologen weitere Kostbarkeiten und Siedlungsreste aus der Zeit der Wikinger zu Tage. Die Archäologen fürchteten um die wertvollen Funde, denn der Grabungsort befand sich auf einem bewirtschafteten  Maisacker. So wandten sich die Archäologen an den Kreis-Schleswig-Flensburg, der nun seinerseits einen passenden Träger suchte, welcher diese Fläche nachhaltig bewahren konnte. Diese Rolle passte perfekt auf die Stiftung Natur im Norden, denn sie vereint satzungsgemäß Naturschutz und Heimatschutz in einem.

Die Stiftung Natur im Norden handelte sofort und kaufte mit Ausgleichsgeldern der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises Schleswig-Flensburg die archäologisch bedeutsame Fläche in Ellingstedt. Auf dem ehemaligen Maisacker entsteht jetzt durch Einsaat regionalen Wildpflanzensaatguts artenreiches, blütenbuntes Grünland mit Kuckucks-Lichtnelke, scharfen Hahnenfuß und Wiesenschaumkraut. Zudem wurden zwei Kleingewässer für heimische Amphibienarten und ein Gehölzstreifen angelegt. Die Naturschutz-Maßnahmen wurden, in Abstimmung mit der Stiftung Natur im Norden, durch die Untere Naturschutzbehörde Schleswig-Flensburg finanziert und umgesetzt.
Dadurch, dass die Fläche nun der Natur übergeben wird, können die wertvollen Artefakte der Zeit ungestört im Boden konserviert ruhen. Spätere, vorsichtige Ausgrabungen sind möglich und beeinträchtigen das Grünland nicht. Denn die offenen Bodenstellen, die durch die Grabungen entstehen, begünstigen durch Licht und Luft die Neubesiedlung der bis dahin etablierten Kräuter und Wildpflanzen.

So kann man im Fall der Fläche Ellingstedt von einer echten Win-Win-Situation für den Natur- und Heimatschutz sprechen.


Die Schleswiger Nachrichten haben am 2. Juli 2014 einen Zeitungsartikel zu diesem Projekt veröffentlicht. Den Artikel finden Sie hier.